Gesundheitswirtschaft

Gesundheitswirtschaft als Jobmotor

Im Jahr 2010 waren rund 4,8 Millionen Menschen im Gesundheitsbereich beschäftigt. Das sind 11,9 % aller Erwerbstätigen. Bei einer weiter gefassten Definition (Fitness, Wellness,...) arbeiteten bereits im Jahr 2005 schon rund 5,4 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft. Demzufolge ist jeder siebte Erwerbstätige in dieser Branche tätig.

Unter den Erwerbstätigen im Gesundheitsmarkt haben Frauen einen hohen Anteil: Knapp 3,6 Millionen Beschäftigte des Gesundheitssektors sind weiblichen Geschlechts.

Allein zwischen den Jahren 1999 und 2010 hat die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen um über 700.000 zugenommen; dies entspricht einem Anstieg von rund 18 Prozent.

Ein aktuelles Forschungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums hat prognostiziert, dass im Jahr 2030 über 20 Prozent der Erwerbstätigen, und damit jeder/jede Fünfte, in der Gesundheitswirtschaft arbeiten könnten – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Beschäftigte nach einzelnen Branchen/Sektoren

  • Ärztinnen und Ärzte: rund 334.000 berufstätige Ärztinnen und Ärzte (in 2010). An der vertragsärztlichen Versorgung nehmen rund 138.000 Ärztinnen und Ärzte teil (in 2010).
  • Zahnärztinnen/Zahnärzte: rund 67.000 (2009)
  • Beschäftigte in Apotheken (in 2010): 147.827 (davon rund 49.000 Apothekerinnen und Apotheker)
  • Pflege: 830.000 Pflegekräfte. Davon rund 30 % (249.000) bei ambulanten Pflegediensten und 70 % (581.000) in Pflegeheimen (jeweils 2009).
  • in Krankenhäusern: 1.113.000 (2010)
  • Pharmazeutische Industrie: 108.230 (2009)
  • Medizintechnik: rund 170.000 Beschäftigte in über 11.000 Unternehmen. Weitere 29.000 Mitarbeiter sind im Einzelhandel für medizinische und orthopädische Güter tätig (2010).

Außenwirtschaft

Im Jahr 2005 exportierten die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft Güter im Wert von etwa 55 Milliarden Euro. Dabei entfielen 49 % auf Pharmaprodukte und 19 % auf Medizintechnik. Den Exporten standen Importe in Höhe von rund 47 Milliarden Euro gegenüber. Damit ergab sich ein Außenhandelsüberschuss von rund acht Milliarden Euro.

Perspektiven der Gesundheitswirtschaft

Die demographische Entwicklung in Deutschland, der medizinisch-technische Fortschritt und das wachsende Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung führen zu einer zusätzlichen Nachfrage an herkömmlichen professionellen Dienstleistungen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Betreuung, aber auch an Produkten und Dienstleistungen des zweiten Gesundheitsmarktes.

Innovationskraft

Nach Angaben des Europäischen Patentamtes in München führt die Medizintechnik die Liste der angemeldeten Erfindungen im Jahr 2009 mit über 16.400 Patenten an: Das sind 10,2 Prozent aller Patentanmeldungen.

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