Glossar T-U

Trinkwasser in Deutschland ist gut bis sehr gut

Qualitätsbericht für den Zeitraum 2011 bis 2013 veröffentlicht

Das Trinkwasser aus den 2.464 berichtspflichtigen Wasserversorgungen in Deutschland hat eine sehr gute Qualität. Zu diesem Schluss kommt der vierte Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Umweltbundesamtes (UBA) an die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Qualität von "Wasser für den menschlichen Gebrauch" (Trinkwasser), der die Jahre 2011 bis 2013 abdeckt.

Die betrachteten großen zentralen Wasserwerke geben im Durchschnitt mehr als 1.000 Kubikmeter (m³) Wasser am Tag ab bzw. versorgen mehr als 5.000 Personen. Zusammen verteilen diese Anlagen etwa 4,5 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr an ca. 90 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung.

Die Ergebnisse der Trinkwasserüberwachung belegen, dass bei den mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern zu über 99 % die strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) eingehalten und die Grenzwerte nicht überschritten werden. Für viele Parameter waren es sogar 99,9 bis 100 %.

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Was bedeuten Grenzwertüberschreitungen?

Kommen Grenzwertüberschreitungen vor, so bedeuten sie nicht in jedem Falle eine Gefährdung der Gesundheit. Dies hängt vom Parameter ab sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung. So zeigt zum Beispiel das Auftreten coliformer Bakterien im Trinkwasser eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualität an und damit die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um die Ursache zu klären und vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung einzuleiten. Grenzwertüberschreitungen beim Parameter Blei sind zum Beispiel ein Indiz für noch vorhandene Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation oder für Armaturen, die nicht die allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllen.

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Was passiert bei Grenzwertüberschreitungen?

Falls Grenzwertüberschreitungen auftreten, hat das Erkennen und Beseitigen der Ursache Vorrang vor einer Symptombekämpfung. Das zuständige Gesundheitsamt prüft daher, ob die Überschreitung eine Gefahr für die Gesundheit bedeutet und unmittelbare Abhilfe erfordert oder ob sie vorübergehend duldbar ist, bis Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache greifen.

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Inhalte der Trinkwasserverordnung

Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Zugleich kommt es für häusliche Zwecke wie Körperreinigung, Wäschewaschen oder Toilettenspülung zum Einsatz. Die Qualität des Trinkwassers muss in Deutschland hohen Anforderungen genügen. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001), in der die EG-Trinkwasserrichtlinie aus dem Jahr 1998 in nationales Recht umgesetzt worden ist, gibt diese verbindlich vor. Zu den Grundanforderungen gehört nicht nur, dass das Trinkwasser keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen enthalten darf, sondern auch, dass es "rein und genusstauglich" ist.

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) regelt ferner die Pflichten der Versorgungsunternehmen sowie der Überwachungsbehörden und bestimmt die zu untersuchenden mikrobiologischen und chemischen Parameter sowie die Häufigkeit der Trinkwasserüberwachung. Um die hygienische Sicherheit des Trinkwassers zu gewährleisten, fordert die Verordnung auch, dass Grenzwerte und Anforderungen zur Wasserbeschaffenheit an den Zapfstellen des Trinkwassers im Haushalt eingehalten sind.

Gemäß europäischen Vorgaben, der EURATOM-Richtlinie 2013/51, muss Trinkwasser in Deutschland auf Gehalte an radioaktiven Stoffen untersucht und überwacht werden. Durch die 3. Änderung der Trinkwasserverordnung wurden im Einvernehmen mit dem Bundesumweltministerium Anforderungen an die Messung und Überwachung der Trinkwasserqualität im Hinblick auf künstliche und natürliche radioaktive Stoffe festgelegt. Vorgegeben werden z.B. Parameterwerte für Radon, Tritium und für die Richtdosis einschließlich der Radonfolgeprodukte.

Die Strahlenbelastung durch radioaktive Stoffe im Trinkwasser ist in Deutschland im Durchschnitt als sehr gering einzuschätzen. Jedoch kann Trinkwasser je nach Geologie des Untergrunds einen erhöhten Gehalt an natürlichen radioaktiven Stoffen enthalten. Die Regelungen erhöhen die Sicherheit des Trinkwassers im Hinblick auf diese Stoffgruppe, da dem Gesundheitsschutz höchste Priorität eingeräumt und auch in diesem Bereich das Vorsorgeprinzip des Strahlenschutzes rechtsverbindlich zur Anwendung kommt.

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Aktuelle Fassung und Zitierweise der Trinkwasserverordnung

Die Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001) vom 21. Mai 2001 wurde im Wesentlichen durch drei Änderungsverordnungen in den Jahren 2011 und 2012 sowie 2015 geändert.

1. Erlassdatum und Fundstelle 
21. Mai 2001 (BGBl. I S. 959)  
Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)

Inkrafttreten
1. Januar 2003   

Anmerkung
Stammverordnung

2. Erlassdatum und Fundstelle  
3. Mai 2011 (BGBl. I S. 748, ber. S. 2062)
Erste Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung

Inkrafttreten
1. November 2011 

Anmerkung
Die ab dem 1. November 2011 geltende konsolidierte Fassung der Trinkwasserverordnung wurde im Bundesgesetzblatt bekannt gemacht (Bekanntmachung vom 28. November 2011, BGBl. 2011 I S. 2370).

3. Erlassdatum und Fundstelle
5. Dezember 2012 (BGBl. I S. 2562)
Zweite Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung

Inkrafttreten
Im Wesentlichen am 14. Dezember 2012

Anmerkung
Die ab dem 14. Dezember 2012 geltende konsolidierte Fassung der Trinkwasserverordnung wurde im Bundesgesetzblatt bekannt gemacht (Bekanntmachung vom 2. August 2013, BGBl. I S. 2977ff.).

4. Erlassdatum und Fundstelle
18. November 2015 (BGBl. I S. 2076 ff.)

Inkrafttreten
26. November 2015

Anmerkung
Wenn die Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch in ihrer aktuellen Fassung zitiert werden soll, kann auch die amtliche Kurzbezeichnung "Trinkwasserverordnung" oder die amtliche Abkürzung "TrinkwV 2001" gewählt werden. Wenn es darauf ankommt, die Trinkwasserverordnung in einer bestimmten Fassung zu bezeichnen, so ist das Vollzitat geeignet. Beispielsweise lautet das Vollzitat der aktuell geltenden Fassung wie folgt:

"Die Trinkwasserverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. August 2013 (BGBl. I S. 2977), die zuletzt durch die Dritte Verordnung zur Änderung der Trinkwasserverordnung vom 18. November 2015 (BGBl. I S. 2076) geändert worden ist."

Die geltende Fassung der Trinkwasserverordnung finden Sie hier.

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Fachliche Zuständigkeit in Deutschland

Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedstaaten dazu, alle drei Jahre einen Trinkwasserbericht vorzulegen. Das für Trinkwasser verantwortliche Ministerium ist in Deutschland das BMG. Die fachliche Zuarbeit erfolgt durch das UBA. Dessen Zuständigkeit ergibt sich aus der Fachaufsicht des BMG über die Abteilung "Trink- und Badebeckenwasserhygiene" des UBA.

Der Bericht basiert auf Messungen in allen großen Wasserversorgungsanlagen in Deutschland. Diese geben im Durchschnitt mehr als 1.000 Kubikmeter (m³) Wasser am Tag ab bzw. versorgen mehr als 5.000 Personen. Zusammen verteilen diese Anlagen rund 4,5 Milliarden m³ Trinkwasser pro Jahr und beliefern damit ca. 90 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Den vierten Bericht des BMG und des UBA an die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasser) in Deutschland lesen Sie hier.

Den dritten Bericht des BMG und des UBA finden Sie hier.

Der zweite Bericht des BMG und des UBA über die Trinkwasserqualität in Deutschland steht unter www.umweltbundesamt.de zur Verfügung.

Den ersten Bericht des BMG und UBA an die Verbraucherinnen und Verbraucher über die Trinkwasserqualität in Deutschland (Berichtszeitraum 2002 – 2004) finden Sie hier.

Über die Informationen im Bericht hinaus können sich Verbraucherinnen und Verbraucher beim zuständigen Gesundheitsamt oder dem Wasserversorger über die Trinkwasserbeschaffenheit in ihrem Versorgungsgebiet informieren.

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